• Das "beseelte Wesen"
  • Leistung
Die Kuh als Metronom, die einen rhythmischen Tageslauf schenkt!

Dass Kuhhörner warm sind, ist für viele Besucher des Kuhstalls eine Überraschung. Das "beseelte Wesen" Kuh ist eines der wichtigsten Organe im Hoforganismus. Sie hat unterschiedliche Funktionen, die im Folgenden ein wenig beschrieben werden sollen. In diesem Stall stehen 18 Milchkühe und der Bulle Louis. Zweimal am Tag wird gemolken und da möglichst 12 Stunden dazwischen liegen sollten, klingelt der Wecker der MelkerIn früh, der Tageslauf ist recht streng, durch die Kuh als Rhythmusgeber bestimmt.

Jeden Sommermorgen um 5:30 Uhr wird die Herde gemeinsam in den Stall getrieben (bis Oktober steht sie auf Rotationswiesen rund um Wörme). Dann wird gefüttert, bei optimalem Gras auf der Weide, nur wenig Heu zusätzlich. Im Winter wird mehr zugefüttert, jedoch wird probiert, nur aus dem Grundfutter (Stroh, Heu, Rüben) zu arbeiten. Schrot (Hafer, Gerste) wird vermieden, da dies eigentlich kein Wiederkäuerfutter ist und dem Menschen keine Nahrung weggenommen werden soll. Dies geschieht ganz im Sinne Steiners, da Wiederkäuer gehalten werden sollen, aber die Futterkonkurrenz für den Menschen vermieden wird und somit die ursprüngliche Vielfalt der Natur optimal genutzt werden soll. Im Stall angekommen, werden alle milchgebenden Kühe nacheinander an drei Melkmaschinen angeschlossen, wobei der/die MelkerIn das An- und Ablegen der Maschine an die Euter übernimmt und gleichzeitig überwacht, dass alle Maschinen ordnungsgemäß laufen. Die Milchleistung ist so individuell wie der Körperbau einer jeden Kuh und richtet sich auch nach einem bestimmten Jahresrhythmus.

Auf das ganze Jahr gesehen liegt die Milchleistung unserer Kühe bei etwa 15-20 Liter pro Tag und Kuh. Die monatliche Milchkontrolle bestätigt die beste Qualität und Reinheit. Bis um etwa 7:15 Uhr sollte die Herde dann wieder auf der Weide sein, um gemütlich den ganzen Tag über zu fressen und zu verdauen. Nachmittags um halb fünf wiederholt sich dasselbe Spiel.

Die Tragzeit für ein Kalb beträgt etwa neun Monate und 6-8 Wochen vor der Geburt wird die werdende Mutter "trocken gestellt" (sie wird nicht mehr gemolken). Die meisten Kälber werden im Februar geboren. Die erste sogenannte Biestmilch ist wegen der in ihr enthaltenen Im- munstoffe lebensnotwendig für das Kalb. Allerdings werden auch hier die Kälber schon nach zwei Tagen von der Mutter getrennt. Mit der Zeit würde andernfalls die Gewöhnung aneinander und der darauf folgende Trennungsschmerz steigen. Das Kalb lebt dann im Verband mit anderen Kälbern und bekommt noch etwa 3 Monate Milch.

Die Kühe geben im Vergleich zum Restjahr in den 2-3 Monaten nach der Geburt noch am meisten Milch. Hier im Hofladen wird die unbehandelte Rohmilch verkauft und in der Backstube zu Kuchen und Gebäck verarbeitet. Im Gegensatz zu konventionellen Betrieben sind hier Leistungssteigerer und Antibiotika verboten, denn sie behindern die Selbstheilungskraft des Tieres. Zunächst sollte sich eine kranke Kuh selbst heilen können, indem sie gezielt auf der Weide heilende Kräuter oder auf dem Weg zum Stall in den verschiedenen Hecken den richtigen Wirkstoff sucht. Diesen natürlichen Instinkt besitzen alle Kühe und es ist sinnvoll, diesen auch zu nutzen. Wenn eine Kuh weiterhin krank bleibt, kommen Pflanzenheilkunde oder Homöopathie zum Einsatz.

Das älteste Tier in diesem Stall ist 10 Jahre alt, dies liegt weit über dem europäischen Durchschnitt, denn jene ist bei etwa 4,5 Jahren schon in der Wurst. In der Biolandwirtschaft wird seit einiger Zeit auf Lebensleistung gezüchtet, die Kühe sollen also gesund alt werden und trotzdem möglichst lange eine gute Milchleistung bringen können. Die Kuh nimmt eine zentrale Rolle im Demeterbetrieb ein. Zum einen ist die Bodenqualität direkt vom Kuhdung abhängig. Als Wiederkäuer schmeckt sie die Minerale und Elemente auf der Weide. Und diese wird durch den geschlossenen Kreislauf sogleich vom Mist gedüngt, die Böden werden so vor Verarmung geschützt.

Die Kuh und das Pflanzenwachstum sind ein differenziertes, nachhaltiges Sonnenkollektiv, denn der Mist wird (an-) kompostiert und dann auf die Zwischenfrüchte gegeben um die Wurzeln zu stärken, der Boden wird auf diese Weise angeregt. Zum anderen wird die Erde mit für Demeter typischen speziellen Präparaten (Hornmist und Hornkiesel) behandelt. Für diese werden u.a. Kuhhörner benötigt. Die Fruchtbarkeit des Bodens wird somit auf verschiedene Weisen positiv beeinflusst. Ein Demeterhof ohne Vieh ist also schwer vorstellbar, bei all den Vorteilen, die dieses "beseelte Wesen" für den Kreislauf mitbringt.

Janine Korduan

Hof Wörme No 2

Viel Raum für Entwicklung...

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Unsere Spezialitäten

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