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Die Hof- und Landschaftsgeschichte - Ein Weg über sechs Kilometer und zwölftausend Jahre

  • 1. Blick vom Brunsberg
  • 2. Weg am Pferdekopf
  • 3. Das Jugendheim Schafstall
  • 4. Heideflächen
  • 5. Hof Zentrum
  • 6. Außerhalb
Wir stehen auf dem Brunsberg, 136 Meter über dem Meeresspiegel und haben von der fast 60 ha großen Heidefläche einen herrlichen Rundblick über viel Wald, einige Dörfer und Äcker. Wir blicken nach Norden, den von Kiefern bewaldeten Rücken der Endmoräne entlang, die vor 200.000 Jahren die Saale-Warthe Vereisung vor sich hergeschoben hatte.

Nach zwanzig Kilometer Luftlinie, bald hinter dem Kiekeberg, fällt der Geestrand steil ab und führt dann, nördlich des Urstromtales der Elbe von den Blankeneser Bergen weiter nach Schleswig-Holstein. In der anderen Richtung macht dieser Rücken über Süden nach zehn Kilometern eine Wendung nach Südosten und endet, in etwa der selben Entfernung, in der höchsten Erhebung dieser Kette, dem Wilseder Berg ( 169 m ).

Schauen wir direkt nach Südosten, so sehen wir in fünf Kilometer Entfernung eine Senke sich hinziehen. Dort fließt, hundert Meter unter uns die Seeve von ihrem Quellgebiet bei Wehlen nach Nordosten der Elbe zu. Dort, am Rande des Seevetales, liegen die alten Dörfer in ihren Eichenwäldern. Genau in Süd-Südwest kann man Wörme ahnen.

Schon vor über 2.000 Jahren waren Siedlungen auf dem trockenen Rand des Seevetales. Damals suchten sich die Sueben ihre Wohnplätze in einem dichten Eichen-Hainbuchenwald. Davon sind nur noch die Reste in den Hofwäldern erhalten. Hier oben auf dem Brunsberg aber fühlt man sich eher 10.000 Jahre zurückversetzt. Es weht stark, und außer ein paar Birken und Kiefern sind wir umgeben von Sand und Heidekrautvegetation.

Machen wir uns jetzt nach Süden an den Abstieg, so kommen wir nach kurzem in einen Kiefernwald, wie er hier als Übergang von der Heidevegetation zum Eichen-Haibuchen-Mischwqald vor knapp 10.000 Jahren gestanden haben mag. In der Zeit danach entwickelte sich der Laubwald in dieser Gegend, und immer bei unserem Gang durch Kiefern und Fichten stoßen wir, besonders in den ausgetieften Trockentälern, auf Eichen, zum Teil sehr alte, die zeigen, daß hier„Königswald“ war.

Die herrschaftlichen Förster haben darauf geachtet, daß Mastbäume, z.B. Eiche und Buche erhalten blieben, um jagdbares Wild für ihre Herren zu füttern.

Schon vor 23 Jahrhunderten lebten in diesem„Urwald“ die Sueben in den Stämmen der Langobarden ( Bardowick ) und Moiswigi ( Moisburg ) und später die Sachsen als Waldbauern. Deutlich sind die zweistelligen Höfe Inzmühlen, Wörme, Thelstorf, Lüllau als Wehrhöfe der Sachsen gegen die Langobarden aber auch gegen Karl den Großen und seine Franken zu erkennen.

Mit der Umsiedlung der Bevölkerung nach der fränkischen Eroberung um 800 n. Chr. tritt eine große Veränderung ein: Die Besiedlung und Urbarmachung, zum Teil durch Mönche, wird verstärkt, so daß schon nach vier Jahrhunderten, etwa 1250, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Hochwald und Niederwald, Acker, Wiesen und Weiden erreicht ist.

Es wurden die ersten Dekrete erlassen, um den Wald vor Urbarmachung und Überweidung zu schützen, aber die Bauernjungen trieben trotz der Dekrete weiter ihre Kühe, Schweine und Schafe in die Gemarkung der Herrschaften und der Nachbarn, die Bauern rodeten weiter und machten Ackerland urbar.

So haben es sicher auch noch Jacob Peters und Claws Peters, die in Wormblings für 1600 als Bauern eingetragen waren; sowohl als Jungen als auch als Bauern gehalten. Wiese und Ackerland waren fest eingeteilt und vermessen und unterlagen dem Flurzwang.

Die Hutungen der verschiedenen Dörfer aber waren nicht mehr gegeneinander abgegrenzt und so schädigte man durch zu hohen Viehbesatz und schlechte Planung der Hutung zuerst den Nachbarn und dann den Wald und sich selbst.

Vor zweihundert Jahren waren dann 95% dieser Flächen abgeholzt, überweidet und von Heide bedeckt. Blaubeeren und Wacholder unter den Kiefern und Fichten, die wir auf unserer Wanderung immer wieder sehen, zeigen uns, daß dieser Wald noch nicht alt ist. Und man fragt sich, woher die Bäume kamen, die vor 150 Jahren zum Bau des großen Hauses in Wörme gebraucht wurden.

Erst nach der Bauernbefreiung 1812 und der Verkoppelung und Ablösung 1825 hatten die Bauern ein eigenes Interesse daran, Wald, Acker und Wiesen neu in Kultur zu nehmen. In verstärktem Maße wird ab 1866 Kiefern- und Fichtenwald angepflanzt nachdem Hannover zu Preußen gekommen war. Schließlich, durch den Rückgang der Heidschnucken am Ende des letzten Jahrhunderts, wächst die Heide durch Kiefern- und Birkenanflug von selbst zu.

Nach zehn Minuten Wanderung sehen wir 45jährige Lärchen aufragen. Die Lärche ist nicht mit den anbderen Bäumen von selbst hierher gewandert, sondern ist Anfang der 50er Jahre von Karl von Hörsten als Versuch hier gepflanzt worden. Denn hier beginnt der Wald von Hof Wörme N° 2.

Weichen wir jetzt vom Weg ab und gehen durch das Waldstück, was beiderseits der Lohbergenstraße bis an die Siedlung Holm-Seppensen heranreicht, so stoßen wir immer wieder auf Versuche, Fichten- und Kiefernmonokulturen in einen vielgestaltigen Plenter- oder Dreistufenwald umzubauen. Zwischen alten, zum Teil aufgeasteten Eichen, Kiefern und Fichten finden wir Naturverjüngung, aber auch Versuche, mit ausländischen Nadelhölzern ( Lebensbaum, Große Küstentanne, Konkolortanne, Hemlok und Douglas ) Eiche, Buche, Kastanie und Kirsche in verschiedenen ehemals eingezäunten Parzellen, manches hat sich durchgesetzt, manches aber wurde vom Rehbock total zerstört.

An manchen Stellen findet man sogar schon Naturverjüngung von neu- oder wiedereingeführten Arten.
Das nächste Stück Wanderung zum Pferdekopf zeigt uns landschaftlich und waldbaulich nicht viel Neues. Aber wir stoßen auf Häuser, zum Teil Wochenendhäuser. Seit 1901 die Bahn zwischen Buchholz und Soltau eröffnet worden ist und die Hamburger in Holm-Seppensen und im Büsenbachtal aussteigen können, entstehen an allen möglichen und unmöglichen Stellen Wochenendsiedlungen; um das Büsenbachtal und um den Pferdekopf besonders viele Restaurants und Ausflugslokale. Vom Pferdekopf ( Hengsthope ) mit 89 Metern, dem wir uns von Norden nähern, haben wir einen weiten Blick von Nord über Ost und Süd bis Südwest. Wir können zum Teil weit blicken, bis nach Hanstedt, ahnen verschiedene kleine Dörfer, sehen vor uns das Büsenbachtal, das Weidegebiet der letzten Wörmer Schnuckenherde und direkt unter uns in einem Wäldchen die Büsenbachquelle.

Wenn wir das Büsenbachtal durchschritten haben, fängt eine vor allem dichte Besiedlung an, entstanden dadurch, daß 1927 Peter Christoph Peters seinen Hof an Werner Stodt aus Hamburg verkauft hatte. Dieser warb durch Anzeigen für Wochenendgrundstücke auf dem Hof Wörme N° 2. Überall wurden einzelne Parzellen abgeteilt, besonders aber in den damals lichten Kiefernwäldern am Büsenbachtal.

Hier liegt auch der Heidschnuckenstall, 1955 von Karl und Helene von Hörsten erbaut, in dem über 30 Jahre die zum Hof gehörige Herde untergebracht war, die aus der Heide heraus die Hofflächen mit zusätzlichem Mist versorgt hat. Eine zweite Herde war in der Fischbecker Heide. Beide sind heute vom Hof abgetrennt; die Büsenbachtalherde ist in der Pflege von Ekkehard von Hörsten.

Bei den letzten Wochenendhäusern vor der Bahn verschwindet der Büsenbach, der auf einer Ortsteinschicht fließt, im Untergrund, um 400 Meter weiter im Osten bzw. Südosten als Pulverbach bzw. Osterbek neu zu erscheinen.

Wir aber biegen vorher nach Süden in den Weg„Am Rahen“ und hier an dieser Stelle hat vielleicht vor 500 Jahren der dritte Hof von Wormerynge gestanden. Der Lehm im Untergrund, die Buchen, die alte Quelle, und Spuren von alten Äckern, die alte Quelle, und Spuren von alten Äckern sprechen dafür.

Am 25. Juni 1352 wird von Bartholdus und Johannes Schulte von der Lühe das Recht an ihrem Zehnten und Schmalzehnten an den Höfen zu Wormerynge und Hockelynge dem Benediktinernonnenkloster Altkloster bei Buxtehude verkauft.

Vom 3. Oktober 1435 gibt es eine weitere Urkunde, in der niedergelegt ist, daß drei Höfe zu Wermeninge im Kirchspiel Jesteburg mit dem Holze zu Rüpen dem Altkloster wiederum verkauft werden. In der nächsten Urkunde vom 11. Dezember 1437 verzichten Burkhard von Moisburg und Johannes von Schulte auf ihr Recht an den drei wüsten Höfen in Wormelinge, die damit alle drei ohne Wirt zu sein scheinen.

Wandern wir weiter durch die Siedlung, an der Quelle vorbei, die heute nur noch ein Wasserloch ist, so kommen wir noch vor der Bahn an die ältesten Zeugen der Besiedlung: Urzeitliche Grabhügel zwischen Wacholdern und unter Kiefern und Birken ziehen sich beiderseits der Bahnstrecke ein gutes Stück entlang.

Queren wir an der Stelle des alten Bahnübergangs die Gleise, so sehen wir links eine Weide durch die Bäume schimmern, auf der Pferde stehen, und vor uns unter alten Kiefern liegt das „Jugendheim Schafstall“.

Als 1817 nach zwei Jahren Bauzeit Hans Peters von Wörme und Catharina Ilsabe Maaken von Lohof direkt nach der Bauernbefreiung ihr neues Vierständerniedersachsenhaus beziehen, sind sie stolz auf ihr Haus mit drei guten Stuben, welches 15 x 35 Meter im Grundriß mißt und über 12 Meter hoch ist. Sie suchen eine Verwendung für das alte Zweiständerbauernhaus mit den niedrigen Stuben, welches neun mal elf Meter im Geviert maß und welches mindestens seit dem dreißigjährigen Krieg etwas unterhalb des neuen Hauses auf den heute noch sichtbaren Fundamenten zweihundert Jahre lang Freud und Leid der Familie Peters beherbergt hatte.

In einem Wald aus Kiefernanflug, heute auch mit Unterpflanzung von Hemlok, Douglas, Lärche und Linde treffen wir auf dieses Gebäude. Vor 170 Jahren als Heidschnuckenstall in 800 Metern Entfernung vom Hof in die Heide gesetzt hatte es weniger als hundert Jahre den Schafen dienen können. Als es sich nicht mehr lohnte, Heidschnucken zu halten, verfiel das älteste Gebäude des Hofes als Feldscheune und Maschinenunterstand bis es 1949 von der Hamburger Jugendgruppe der Christengemeinschaft entdeckt wurde.

Nachdem die Jugendlichen auf dem Schreibtisch des Bauern Karl von Hörsten ein Bild von Rudolf Steiner und damit gemeinsame Quellen entdeckt hatten, wurde man sich schnell einig.

Ein zwanzigjähriger Pachtvertrag machte es möglich, daß die Jugendgruppe den Schafstall fachgerecht und stilvoll zu einem Jugendheim ausbaute.

Heute, nach einem Umbau 1972, sind die Gauben mit Thermopanescheiben zu groß und Eternit hat leider das Reetdach ersetzt. In der Nähe dieses ältesten Gebäudes des Hofes begegnen wir einer kleinen Herde junger Ziegen, die sich selbst überlassen scheinen. Eingezäunt ist ein Gemüsegarten, der durch die Vielfalt der Pflanzen die Landschaft belebt. Der neue Teich führt dieses Jahr kein Wasser. Von dem Wasserlauf, der hier ein kleines Moor gebildet hat und sich mit der Osterbek vereinigte, ist nichts mehr zu sehen. Das Moorstück mit seinem Humus, eignet sich, wenn es entwässert und durch Düngung angeregt ist, gut als Gartenland. Früher wurde ein kleines Stück nach Norden in der Senke Torf für die Feuer des Hofes gestochen. Heute weiden dort die Pferde. Wenn wir morgens in den Dämmerung vom Brunsberg aufgebrochen sind, können wir hier den Sonnenaufgang erwarten. Links von dem Eichenwald des Hofes haben wir durch einen Einschnitt eine ziemlich weite Sicht nach Osten.
Der weitere Weg zum Hof führt uns an die große Birke. Hier stießen früher die riesigen Heideflächen mit dem Acker zusammen.

1947 erkannten Karl von Hörsten und M.K.Schwarz, der die Landschaftsplanung für Wörme übernommen hatte, die Trostlosigkeit dieser Flächen, die zusätzlich durch 20 Jahre unter der Verwaltung von Werner Stodt und der Pachtung gelitten hatten. Über 100 ha Weide, Busch und Acker der Gemarkung Wörme, nur von Einzelbäumen und der Ahornallee an der Handeloher Straße gegliedert. Heute ist in drei Etappen ein Heckennetz entstanden, welches die Landschaft gliedert und Menschen und vieln Tieren den Aufenthalt angenehm gestaltet. Wenden wir den Blick nach Norden, so sehen wir 18 Jahre alte Hecken mit den drei Ahornarten Hasel, Rose, Mehlbeere. Diese Hecke geht vor der Moorweide über in eine 45 Jahre alte Hecke, in der Erle und Mirabelle vorherrschen.

Unser Weg zum Hof führt links von einer Hecke mit Weißdorn, Zitterpappel, Eberesche, Mirabelle, Schlehe, Rose und einzelnen Birken und Eichen entlang, die ebenfalls über 45 Jahre alt ist. Auf dem Acker linker Hand wächst Roggen, Hafer, Kartoffeln; früher wuchs hier auch Buchweizen; heute sind Kleegras und Zwischenfrucht dazugekommen. Das Ackerstück von 17 ha ist noch einmal gegliedert durch eine fünfreihige Hecke, in der zu den genannten Sträuchern noch Kirsche, Faulbaum, Ulme und Hainbuche hinzukommen, es folgen beim Weg zum Hof noch zwei Apfelhecken mit Johannisbeeren. Während rechts der Blick gefangen ist, wandert er immer wieder nach links, wo hinter der Hecke die Moorweide und die Siedlung mit der Osterbek und ihren Teichen zu ahnen sind, vor der Hecke ein gegliedertes Stück von 4 ha mit den verschiedensten Gemüsen.

Nach 700 Metern wird der Blick gefangen durch eine Querhecke, die sich langsam beim Gehen vor das Auge geschoben hat und den Blick nach Osten verwehrt. In dem Moment, wo man sich durch den Winkel der beiden Hecken bedrängt fühlt, öffnet sich rechts der Blick, die Hecke endet mit einer Rose und wir sehen vor uns die alte Hofmauer mit dem neueren Tor und dem großen, dunklen Eichenhof dahinter. Vor dem Kopfsteinpflaster der Straße nach rechts eine Reihe junger Ulmen. Gehen wir durch das Tor und den Eichenwald, rechts an der alten Hofscheune vorbei, so bewegen wir uns instinktiv auf den hellsten Fleck des Hofes zu. Dort halten wir an, um uns umzublicken.
Wir stehen auf dem Brandplatz. Hier stand vor zehn Jahren noch "Wrogemanns Scheune", eine Durchfahrtsscheune mit besonders kräftigem, wertvollem Fachwerk, die Joachim Peters im Jahre 1764 als zweites neues Fachwerkhaus nach seiner Hochzeit mit Anna Bostelmann in den Eichenhof setzte. Sie fiel leider 1989 einem Brand zum Opfer, und es entstand dadurch ein großer, heller Platz, begrenzt von den Häusern des Hofes, einigen 250 – 300 Jahre alten Eichen und der Gärtnerei.

Den Wirtschaftsteil mit dem Maschinenschuppen hinter der Scheune haben wir links liegengelassen. Von hier können wir jetzt den ganzen Hofplatz übersehen. Das letzte Stück sind wir an dem großen Gebäude von 1815 vorbeigegangen.

Mächtig liegt es dort, sein rotes Ziegeldach der Sonne zugekehrt, viele weiße Fenster in dem dunklen Fachwerk, davor Wein, Rosen und Glyzinien und blühende Stauden.

In diesem Haus wohnt Ines Pastorino, zuständig für Gewächshäuser Ziegen und Enten. Vor den Stauden eine 300jährige Eiche mit einer riesigen Schaukel. Hinter dem Haus nach Norden, fast versteckt von der großen alten Eibe liegen der Kuhstall aus dem Jahre 1930, der Schweinestall etwa aus dem Jahre 1910 sowie Duschen und Heizhaus von 1987. Direkt im Norden von uns steht ein Zweiständerfachwerkhaus von 1850 mit Reetdach, welches aus Heidenau geholt und 1992 statt der abgebrannten Wrogemann´schen Scheune hier aufgebaut wurde - das Haus von Rüters.

Im Nordosten sehen wir ein fünfzehn Jahre altes Ziegelgebäude, welches als Werkstatt errichtet und heute als Hofladen und Wohnhaus für die jungen Leute und Iris Neumann-Holbek genutzt wird.

Im Osten steht Rosenkes Haus ( ca 1790 ), heute Wohnhaus für die Familie von Hörsten von vielen Blumen umgeben. Direkt vor uns beginnt die Kläranlage mit der Holzhäckselfeststoffabscheidung; dahinter der Hühnerauslauf. Im Südosten schließt sich die Gärtnerei an, mit ihrem Schuppen und dem Ziegenstall und den drei sehr verschiedenen Gewächshäusern. Das Schilf im Hintergrund ist die eigentliche Pflanzenkläranlage.

Im Süden hinter dem Saatgutschaugarten liegt das„Teichhaus“. Als Fachwerkspeicher mit Treppenvorbau für Honig und Getreide wurde es 1749 von dem schon erwähnten Joachim Peters mit 22 Jahren, wahrscheinlich mit Hilfe seines Stiefvaters Peter Cordes gebaut, dient es heute als Ferienhaus und hat einen herrlichen Blick auf den mindestens 700 Jahre alten, mit Steinen eingefaßten Teich, um den herum auch die alten Quellen für die Versorgung des ganzen Hofes liegen, die heute leider kaum noch Wasser geben.

Rechts vom Teichhaus, hinter der Roßkastanie, schon wieder unter Bergahorn, Rotbuche und den alten Eichen, liegt das durch dreimaliges Anbauen aus dem kleinen Teichhaus entstandene Backhaus mit der schönen Außentreppe zum Büro. Dahinter ahnt man den Nachbarhof.

Verlassen wir jetzt den schönen Platz im Zentrum des Hofes und gehen zwischen den Gewächshäusern und der Gartenhalle in den dahinterliegenden Hain, abgeschlossen durch eine Schlehenhecke, bestanden mit alten Eschen, Eichen und Buchen, umgeben von Bergahorn, Vogelkirsche, Ulme und Ilex, zeigt der Ort sofort seine besondere Atmosphäre. Vor der großen, verwitterten Linde, in der ein Käuzchen wohnt, bleiben wir stehen. Hier ist es besonders friedlich. Alte Kartenvergleiche, die alte Linde, eine Quelle sprechen dafür, das hier das alte Zentrum des Ortes Wormeninge war. Heute haben die jungen Leute diesen Platz für ihre Bauwagen entdeckt.

Wir überschreiten, nachdem wir noch einen Blick auf den Bienenstand und die Kläranlage vor der Schlehenhecke geworfen haben, einen kleinen Bachlauf und gehen unterhalb des Gemüsegartens über die Wiese. In der südöstlichen Ecke treffen wir auf den Bachlauf, der vom Bach und drei weiteren Quellen gespeist wird. Er verschwindet nach 80 Metern entlang des Wiesenrandes im Bruchwald.

Nach Überqueren des Bachlaufes stoßen wir auf den„Schlangenweg“. Auf ihm schlängeln wir uns durch den Erlenbruch nach Süden und kommen an alten Teichanlagen vorbei, die zur Fischzucht und zum Überschwemmen der Wiesen gedient haben. Wir haben das Gefühl, in einem schützenswerten Auenwald zu stehen, der aber seit fast 1000 Jahrenfür eine extensive, naturpflegende Teich- und Wasserwirtschaft genutzt wurde. Nach weiteren hundert Metern und zwei kleinen Brückchen lichtet sich der Wald, bitteres Schaumkraut, Baldrian, Scharbockskraut und Kaulquappen bleiben zurück, und wir treten auf einen befestigten Weg.

Vor uns liegen die Wiesen, die über 700 Jahre nur gemäht wurden. Eine alte Kulturleistung der Zisterzienser. Alle zwei Meter ein Graben, in zwei Systemen kammartig ineinandergreifend. Das wasserzuführende liegt 50 Zentimeter oberhalb des wasserabführenden. Dazwischen schmale Streifen Grasnarbe, die vier, fünf oder sechsmal nach dem Schnitt oder bei Trockenheit von schlammhaltigem Wasser zur Düngung und Bewässerung überflossen wurden. Teichwirtschaft, Seevestau, große Rückhaltebecken im Erlenbruch und die peinliche Pflege der Grabenanlage müssen zusammenspielen, um große Mengen Gras oder Heu für die Tiere des Hofes zu geben. Alles wurde mit der Sense gemäht und mit der Hand zu dem einzigen Weg gebracht, der auf diese Wiese führte. Zehn Hektar Wiese hatten die Menschen in mühseliger Kleinarbeit dem Auenwald abgetrotzt; heute können wir die Reste davon noch ahnen.

Wenden wir uns nach rechts, so stoßen wir auf das Turbinenhaus. Es war verbunden mit der späteren Nutzung des Wassersystems für die Stromerzeugung von 1924 bis 1939 und dient heute als Wohnhaus für junge Leute.

Hinter dem Turbinenhaus sieht man auf einmal wieder Eichen und Buchen. Mitten in der Wiese sind zwei kleine Umlaufberge stehengeblieben, die 1,50 Meter höher sind als das übrige Niveau und deswegen Hochwald tragen. Spazieren wir vor den Wäldchen nach links zur Seeve, so kommen wir an das Wehr. Vom Wehr aus können wir fast die gesamte Wasseranlage überblicken. Schauen wir nach Süden, seeveaufwärts, so sehen wir ein Gelände, was vor 800 Jahren als Bewässerungswiese gestaltet worden ist. Die Seeve fließt als Mäander, und man hat das Gefühl, in einer „Naturlandschaft“ zu sein.

Blickt man nach Norden, seeveabwärts, so kann man fast einen Kilometer geraden Seevelauf verfolgen. Hans-Detlef Ebeling und Hans-Peter Peters, Menschen der Neuzeit, waren in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts beteiligt, als das alte Bewässerungssystem der Zisterzienser mit modernem Bewußtsein überformt wurde. Von dem Seevewehr aus sehen wir, wie zu verschiedenen Zeiten die Menschen in die Natur eingriffen.

Auf dem Weg vom Brunsberg an die Seeve bei Wörme konnte man Natur sehen, auch zerstörte, aber vor allem Natur, die von Menschen geformt worden ist – Kulturlandschaft.

Wenn man sich damit beschäftigt, entdeckt man überall Geschichte und sieht Fehler, die gemacht worden sind. Ein solcher Spaziergang kann einem die Augen öffnen, in welcher Art wir in Zukunft weiter an der Natur arbeiten müssen.

Hof Wörme No 2

Viel Raum für Entwicklung...

Wir sind ein großer Demeter-Bauernhof am Nordrand der Lüneburger Heide.

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Unsere Spezialitäten

  • Brot und Kuchen aus dem hofeigenen Holzbackofen, eigener Sauerteig
  • Milch, Käse & Co.
  • Fleisch und Wurst von Rind & Schwein
  • Suppenhühner frisch
  • Obst, Gemüse und Kartoffeln
  • Getreide, Pasta
info (@) hofwoerme.de
+49-4187- 60 98 49
+49-4187- 34 75
  Im Dorfe 20 | 21256 Wörme