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Seit 23 Jahren - Pferdearbeit im Gemüsebau in Wörme

  • Der Anfang
  • Durchbruch
  • Gerätschaften
  • Jahreszeiten
  • Gartenhelfer
In Wörme wird seit 23 Jahren im Gemüsebau mit Pferden gearbeitet.

Seit der Umstellung der landwirtschaftlichen Gemüse Fruchtfolge in eine Feldgartenfruchtfolge im Jahre 1994 auf etwa 4 ha ausschließlich mit Pferden; inclusive Grundbodenbearbeitung.

Vorher gab es nur ein wenig Vorübung und den, im ökologischen Anbau zu der Zeit gängigen Wunsch, Pferde wieder einzuführen. Der erste Schritt ergab sich, als 1989 ein weiblicher Lehrling der Freien Ausbildung mit einem eingefahrenen Pferd nach Wörme kam.Dieses Pferd, sein Name "Trotta" sei hier verewigt, blieb insgesamt drei Jahre und begründete die Pferdearbeit in Wörme mit einreihiger Pflegearbeit in verschiedenen Gemüsekulturen, die ansonsten mit Fendt-Geräteträger bearbeitet wurden. Mit einem weiteren Gnadenbrot Pensionspferd setzten wir die Arbeit mit etwas mehr Geräten danach fort.
Der Durchbruch kam 1994. Wegen des insgesamt zu leichten Bodens (18-36 Bodenpunkte), Bodenbearbeitungs- und Fruchtfolgegesichtspunkten und der Pferdearbeit gingen wir aus der landwirtschaftlichen Fruchtfolge und legten 4,5 ha als Feldgarten "An der Moorweide" mit Wild- und Obsthecken, Beeren, Wegen und Gartenschuppen neu an. Wir arbeiten dort seitdem mit Pferden und ohne Beregnung auf 21-31 Bodenpunkten.

Hinzu kam der Glücksfall, dass ein Pferde begeisterter Ingenieur in die Nähe des Hofes zog, der sich um die Pferde und die Arbeit im Wald kümmerte und schon bald vier Schwarzwälder Füchse angeschafft und eingefahren hatte. Der Gärtner konnte sich so um die Kulturen, die Pflege und die Vermarktung kümmern.

Waldarbeit, Kutschfahrten, Marktfahrten, Pferdeakrobatik zum Sommerfest wurden neben der Arbeit im Gemüse mit bis zu sechs Pferden und vielen Lehrlingen der freien Ausbildung entwickelt, auch Mähbinder und Heugeräte haben wir angeschafft und restauriert. Aber die Arbeit im Heu passte im Gegensatz zur Waldarbeit zeitlich überhaupt nicht zum Gemüsebau. Ein Lehrling war bei den Pferden und im Holz, mehrere im Gemüsebau; die Lehrlinge hatten ihre verschiedenen Lernschwerpunkte und zwischen den beiden Bereichen entwickelte sich eine fruchtbare Zusammenarbeit.
Wir probierten einiges mit verschiedenen Geräten und Geräteträgern und unterschiedlicher Anspannung.

Zusätzlich zu der Arbeit mit den einreihigen Geräten, Baumschul(Meyer-)hacke, Igel und Häufler, den 3 Eggen (Schwer/1-feldrig, mittel/2-feldrig und leicht/4-feldrig) Walzen und Schleppen, entschlossen wir uns dann für das Stoll Vielfachgerät LANDPFLEGER. Wir arbeiten seit 17 Jahren damit, haben zwei Geräte in unterschiedlichem Zustand, eins auch für Traktor umgebaut, erworben und in den ersten Jahren viele Anbauteile gekauft, zusammengebaut und entwickelt: Schlitzer (Reihenzieher), Reihengrubber, L-Schare, Gänsefußschare (starr) verschiedene Breiten, Gänsefußschare mit Parallelogrammaufhängung und Hohlschutzscheiben, Häufler, Vorhäufler und einSägerät mit Schiene zur Anhängung von Sembdner Säagregaten.

In der ersten Zeit haben wir auch gepflügt.
Heute haben wir unseren Gemüsebau fast ganz auf Dammkultur (72/144cm) eingerichtet.

Wir haben eine 5 -feldrige Gemüsefruchtfolge (nach Pflanzenfamilien) mit einigen Mischkulturen nach 2-4 Jahren Kleegras. Wir beschränken uns auf eine Kultur pro Jahr und versuchen die Zwischenfrucht möglichst früh als Untersaat einzubringen (30% bis Anfang August & 50% bis Ende August). Gedüngt wird vornehmlich in diese Zwischenfrucht; Rottemist von Pferden oder auch Ziegen und Kühen mit Holzasche je nach Nachfrucht und Bodenzustand (50-100 dz/ha). Manchmal wird Spezialkompost (ähnlich wie Fladenpräparat) mit Holzasche und Bentonit oder Lehm zusammen mit der Zwischenfrucht ausgesäht. Wir streuen die Zwischefruchtsaat mit der Hand nach einer rauen Bearbeitung je nach Mischung, Kultur und Zeitpunkt zwischen 60 kg und 150 kg/ha. Anschließend wird die Erde angehäufelt, sodass die Zwischenfrucht hauptsächlich auf der Dammschulter keimt. Die Kulturen bleiben darin stehen: Anfang September blüht der Rest der ersten Sätze von Fenchel, Salat und Broccoli, sowie Reste von Salat- und Kohlanzucht in und mit der Zwischenfrucht, der restliche Spitzkohl, Frühwirsing und Broccoli beginnt zu schießen oder treibt neu aus ebenso Kohlrabi. Die Zwischenfrucht ändert mit dem Aussaatzeitpunkt ihre Zusammensetzung. Im Beginn ist es ein Sommerleguminosengemenge mit Hafer, Erbsen, Bohnen, Lupinen, Sonnenblumen, Phacelia, Tagetes, Buchweizen, Calendula, Lein und etwas Winterroggen und Winterwicke.

Mit fortschreitender Jahreszeit werden die abfrierenden Früchte weniger und der Roggen- und Wickenanteil steigt, bis ab Ende September nur noch Winterroggen ausgesät wird. Viele Kulturen werden aus der Zwischenfrucht geerntet. Bei Winterkohl und Porree sorgt die Zwischenfrucht für bessere Begehbarkeit. Die Zwischenfrucht soll bis zum Frühjahr stehen, hohe Samenstände werden einmal angewalzt. Im Frühjahr beginnt dann der Roggen z. B. mit dem restlichen Porree wieder zu wachsen und gibt einen gut durchwurzelten Boden für die Nachfrucht.

Ziel ist es einen möglichst großen Teil des Jahres eine möglichst vielfältige Mischung an Pflanzen, eine gute Bedeckung und eine möglichst vielfältige Durchdringung des Bodenkörpers zu erreichen. Selbst bei über zehn Mischungspartnern bringt ein weiterer noch ein mehr an Wurzelmasse in den Boden.

Möglichst lange wachsende, blühende Bestände und Einzelpflanzen sorgen für eine tiefere Einwurzelung und Verholzung und tragen durch beides verstärkt zu dauerhaftem tiefen Humusaufbau bei. Zudem ist eine Vielfalt an Pflanzenfamilien, die im Herbst blühen, auch gut für Vielfalt und Gleichgewicht der Insekten. Das Gelände des Feldgartens ist sehr unterschiedlich; es wechselt von schluffigem Sand mit Lehmanschluß über relativ Stein freie anmoorige bis moorige Böden, die den ganzen Winter über nass oder unter Wasser sind, zu kiesigen Podsolböden mit vielen Steinen.Inzwischen haben wir nur noch zwei Pferde und die Hauptarbeit wird von der Haflingerstute "Nancy" geleistet.

Vom Frühjahr bis zum Sommer nutzen wir die Zwischenfrucht als Ziegen- oder Pferdeweide. Direkt nach der Beweidung haben wir es dann relativ leicht mit den Eggen eine Breite von 20cm auf der Dammkrone der höheren Dämme (bis 25 - 35 cm) Saat- oder Pflanzfertig zu machen; an den Schultern findet die weitere Bearbeitung der Dammschulter und des Tales bei Grobsämereien und Pflanzung im Lauf der ersten zwei bis vier Wochen danach statt. Für Feinsämerein wird der Damm etwas mit Egge oder Schleppe weiterbearbeitet, auch weil für die Doppelreihe die Dämme etwas weiter abgetragen werden. Die weitere Pflege geschieht mit den beschriebenen Geräten im 10 bis 14-Tagerhythmus.
Die Arbeit im Feldgarten wird von einem unternehmerischen Gärtner und zwischen drei und sieben Lehrlingen und Praktikanten erledigt, die engagiert sind und viel Verantwortung tragen.

Zu unsrem Konzept und der Gartengröße passt die Pferdearbeit besonders gut. Wir reduzieren damit den Bodendruck und den Energieverbrauch. Die Geräte sind Leichtgewichte in jeder Hinsicht, auch finanziell, und für Lehrlinge leicht in der Funktion zu durchschauen und zu reparieren. Der Pferdemist der im Garten fällt wurde nach ein paar Jahren immer schneller vom Boden aufgenommen, neue Käfer, Fliegen und Kleinlebewesen hatten sich eingestellt.

Dazu kommen die "sozialen Wirkungen": Der Arbeitsrhythmus/Hofrhythmus wird anders, wenn man/frau nicht am Abend oder Wochenende schnell nochmal das ganze Gemüse durchhacken kann.

Und nicht zuletzt ist die starke Wirkung auf die jungen Menschen, die dank unserer gutmütigen und fleißigen "Nancy" den großen Teil der Arbeit und Verantwortung für die Pferdearbeit bei uns haben können, zu bedenken. Es schult den Willen enorm, wenn die richtige Bewegung von 450 kg Pferd plus Gerät nur von meinem Wort und meiner inneren Energie abhängt und einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Gemüsebaues beiträgt.

Clemens v Schwanenflügel

Hof Wörme No 2

Viel Raum für Entwicklung...

Wir sind ein großer Demeter-Bauernhof am Nordrand der Lüneburger Heide.

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Unsere Spezialitäten

  • Brot und Kuchen aus dem hofeigenen Holzbackofen, eigener Sauerteig
  • Milch, Käse & Co.
  • Fleisch und Wurst von Rind & Schwein
  • Suppenhühner frisch
  • Obst, Gemüse und Kartoffeln
  • Getreide, Pasta
info (@) hofwoerme.de
+49-4187- 60 98 49
+49-4187- 34 75
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